Dabei stand das Patenschaftsmodell im Mittelpunkt, das zunächst als einseitige Unterstützung begann, sich jedoch häufig zu wechselseitigen Formen der Hilfe entwickelte. Viele der porträtierten Engagierten sind zudem seit 2015/2016 aktiv.
Begleitende Statements verdeutlichten, dass ehemals unterstützte Personen inzwischen in Paderborn angekommen sind und heute selbst Verantwortung übernehmen. So unterstützen sie andere Menschen oder sogar ihre früheren Patinnen und Paten. Dadurch sind aus anfänglicher Hilfe Begegnung, Gemeinschaft und Freundschaften entstanden.
Dr. Verena Kopp, Leitung der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Paderborn, konzipierte die Ausstellung gemeinsam mit dem Fotografen und Filmemacher Kamil Hertwig. Während sie den fachlichen Rahmen entwickelte, setzte er die künstlerische Komponente besonders emotional um. Das Projekt entstand im Auftrag der Koordinierungsstelle für die Paderborner Stadtgesellschaft, um die Wirksamkeit ehrenamtlicher Unterstützung kreativ sichtbar zu machen.
Gesprächsabend der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit

v.r.: Matthias Zimoch, Sherwan Weli und seine Paten. Foto: Dominik Kräling / City Pastoral Paderborn
Am 18. März 2026 fand ein öffentlicher Gesprächsabend in der Gaukirche St. Ulrich in Paderborn statt, der im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein wichtiges Zeichen für Dialog und Begegnung setzte.
Matthias Zimoch von der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit eröffnete den Abend mit einer Einführung in die Idee und Entstehung der Ausstellung. Anschließend sprach er mit Sherwan Weli, ehemaliger Projektteilnehmer und heute Sozialarbeiter der Stadt Paderborn.
Weli berichtete eindrucksvoll von seinen persönlichen Erfahrungen, den Herausforderungen des Ankommens und den Freundschaften, die aus der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen entstanden sind. Seine Perspektive machte deutlich, wie wertvoll echte Beziehungen für Integration und gesellschaftliche Teilhabe sind.
Ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für gelebte Vielfalt
Die Ausstellung „Freunde statt Helfer“ fügte sich nahtlos in die Zielsetzung der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein: Rassismus sichtbar zu machen, Begegnungen zu fördern und Menschen zu ermutigen, sich aktiv für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einzusetzen.
Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich besonders berührt von den authentischen Porträts, die Nähe, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sichtbar machten.
Die Ausstellung in der Gaukirche und der Gesprächsabend wurden durch die City Pastoral Paderborn, den Pastoralen Raum Paderborn, die Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Paderborn und die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit des Caritasverband Paderborn e.V. ermöglicht.